Ein ernüchternder Abend. Ambitionslos, ideenlos, am Ende ratlos. Diese Nationalmannschaft spielt, wie diese Bundesregierung regiert: viel Anspruch, wenig Entschlossenheit. Jeder müht sich für sich, niemand übernimmt Verantwortung und als sich das Glück doch einmal zeigt, zählt das Tor nicht. Wenn es einmal schlecht läuft, kommt noch Pech hinzu. So gewinnt man keine Weltmeisterschaft.
Wer vergisst, dass Fußball nicht allein aus Ballbesitz besteht, sondern auch aus Zweikämpfen und konsequenter Verteidigung, der wird überrannt. Der Trainer predigt Köpfchen, der Moderator Geduld, die Mannschaft hofft auf ein Wunder. Doch Wunder sind die Ausrede derer, denen der Plan fehlt. Wer auf Glück statt auf Qualität setzt, darf sich über das Ergebnis nicht wundern.
Das eigentliche Problem liegt in der Haltung: in dem Glauben, Deutschland werde es schon irgendwie richten. Doch die Konkurrenz wartet nicht auf uns. Sie arbeitet härter, spielt mutiger und will den Erfolg mehr als wir.
Es gibt keine kleinen Nationen mehr. Es gibt nur Mannschaften mit Hunger. Und solche, die meinen, ihr Name allein genüge. Deutschland zählt inzwischen zur zweiten Kategorie.
Es wäre an der Zeit, ohne Ausreden nach Hause zu fahren. Ohne Durchhalteparolen, ohne die vertrauten Floskeln von der „Aufarbeitung". Und dafür mit der Bereitschaft, wieder zu lernen, was Leistung und Eigenverantwortung bedeuten.
Die Welt blickt nicht mehr ehrfürchtig auf uns. Sie schüttelt den Kopf. Und daran wird sich nichts ändern, solange wir glauben, Anspruch ersetze Leistung und Gerede ersetze Ergebnisse.
Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel,
@DFB_Team! Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.